Familienrecht: So verhindern Sie das Wechselmodell! – Teil I: Die überspitzte Darstellung des Problems

Familienrecht: So verhindern Sie das Wechselmodell! – Teil I: Die überspitzte Darstellung des Problems

Väter und Mütter sind gleichwertig und leben das auch so. Kommt es zur Trennung, ist das paritätische Wechselmodell, beim dem das Kind gleichviel Zeit bei beiden Eltern verbringt, eine gute Lösung. Oft wollen die Eltern diese Lösung und leben sie, wenn sie es sich finanziell leisten können.

 

Wechselmodell bringt Hochspannung
(Wechsel)spannungsgeladen // (c) Erich Westendarp / pixelio.de

Im Februar 2017 hat der Bundesgerichtshof die Büchse der Pandora geöffnet, mittlerweile hat es sich rumgesprochen: Gerichte können das Wechselmodell auch anordnen, wenn ein Elternteil das nicht will (Link zum BGH-Beschluss). Das gibt den Kräften u.a. bei Gericht Aufwind, die Regelungen, bei der das Kind auch weiterhin mehr Zeit bei der Mutter verbringt, für dem Kindeswohl abträglich halten (und der Rolle der Frau in der Gesellschaft sowieso). Väter, die nach der Trennung plötzlich Interesse am Kind haben, obwohl der anstrengende Job für Elternzeit keine Zeit ließ („Wird nicht so gerne gesehen in der Firma“), sind begeistert.

Als moderner Mann fordern sie – mit dem Rückenwind des BGH – Ihre 50  % ein und zwar exakt. Da kann er der Ex ja auch noch gleich eins mit auswischen („Dein Babyjahr hat Dir gar nichts genutzt – und auch nicht Dein Verzicht auf den Abteilungsleiterposten“).  Da man(n) ja die berufliche Karriere gut vorangebracht hat, spielt Geld nicht die ganz große Rolle. Die 50 % Betreuungszeit, die ja irgendwie abgedeckt werden will, ohne dass der Job leidet, kann man doch prima mit Babysitter oder neuer Partnerin abdecken. Denn – grundsätzlich richtig – Fremdbetreuung ist nicht schlechter als Betreuung durch die Eltern. Auch das hatten die Gerichte früher mal anders gesehen.

Ob es beim erzwungenen Wechselmodell die richtige Sichtweise ist? Zumindest haben Frauen, die ihre Kinder ganz gerne selbst betreuen wollen, nun mehr Zeit für den Job. In Zeiten des Fachkräftemangels ist dies volkswirtschaftlich sicherlich sinnvoll. Und auch für ihre Haushaltskasse ist Mehrarbeit gut. Denn Kindesunterhalt gibt es im paritätischen Wechselmodell deutlich weniger. Das setzt man(n) dann fürs Au-pair-Mädchen ein. Im zweiten Teil beschreiben wir in Kürze die möglichen Gegenmaßnahmen.

Anm.: Natürlich gibt es auch die umgekehrte Konstellation bei den Rollen. Aus Gründen der Lesbarkeit haben wir auf die Darstellung verzichtet. Die praktisch häufigere Variante ist zugrunde gelegt.